Zwetschgen-Streuselkuchen mit Vanillepudding – Spätsommer auf dem Kuchenteller
Sobald die ersten Zwetschgen reif sind, gibt es für mich nur ein Rezept: diesen Zwetschgen-Streuselkuchen mit Vanillepudding. Er vereint alles, was einen richtig guten Streuselkuchen ausmacht – ein mürber, mandeliger Boden, eine fruchtig-säuerliche Pflaumenfüllung und eine cremige Vanilleschicht, die alles zusammenhält. Obendrauf knusprige Streusel mit ein paar gerösteten Mandelplättchen. Ob ihr die Frucht nun Zwetschge oder Pflaume nennt – dieser Kuchen schmeckt nach Spätsommer, nach Kaffeetafel im Garten und nach Omas Küche.
Das Rezept ist einfach nachzubacken, braucht keine exotischen Zutaten und lässt sich mit Margarine statt Butter sogar komplett pflanzlich zubereiten.

Zwetschgen-Streuselkuchen mit Vanillepudding
Zutaten
Teig und Streusel
- 300 g Mehl
- 100 g gemahlene Mandeln
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 200 g Zucker
- 225 g Butter oder Margarine
- 1 Prise Salz
Füllung
- 50 g Zucker bei Bedarf etwas mehr
- 750 g Zwetschgen
- 1 Packung Vanillepuddingpulver
- 75 ml Wasser
- etwas Zimt
Außerdem zum Verfeinern
- etwas Puderzucker zum Bestreuen
- einige Mandelplättchen bei Bedarf
Anleitungen
- Zucker, Mehl, Mandeln, Salz und Vanillezucker vermischen. Die Butter/Margarine klein schneiden und mit den trocknen Zutaten verkneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Etwa eine Stunde kühlen.
- Für die Füllung, die Zwetschgen waschen, entkernen, halbieren (5-6 Zwetschgen beiseite legen) und in kleine Stücke schneiden. Zusammen mit dem Zucker und 50 ml Wasser in einen Kochtopf geben und weich kochen, bis eine musartige Konsistenz entsteht. Das Puddingpulver mit dem restlichen Wasser glattrühren und in das Mus einrühren. Aufkochen lassen, bis die Masse fester wird, dann vom Herd nehmen und etwas auskühlen lassen.
- Eine Backform mit 24 cm Durchmesser mit Backpapier auslegen, dann 2/3 des Teiges als Boden hineindrücken. Die Zwetchgenfüllung gleichmäßig auf dem Teig verteilen und die restlichen Zwetschgen draufsetzen. Dann den restlchen Teig als Streusel auf den Zwetschgen verteilen und bei Bedarf die Mandelplättchen gleichmäßig auf den Streuseln verteilen.
- Den Kuchen in der mittleren Schiene des vorgeizten Backofens (180°C Ober-/Unterhitze) etwa 35-45 Minuten backen, bis er knusprig ist.
- Auskühlen lassen und bei Bedarf mit Puderzucker bestäuben.
Warum Zwetschgen und Vanille so gut zusammenpassen
Zwetschgen bringen eine angenehme Säure mit, die im Ofen intensiver und leicht karamellig wird. Die Vanillepudding-Schicht wirkt dem entgegen: sie ist mild, cremig und rundet die Säure ab, ohne den Fruchtgeschmack zu übertünchen. Die gemahlenen Mandeln im Teig und die Mandelplättchen obenauf sorgen zusätzlich für Röstaromen und Biss – genau der Kontrast, der einen Streuselkuchen erst richtig gut macht.
Zwetschgen oder Pflaumen – gibt es einen Unterschied?
Kurz gesagt: Zwetschgen sind eine Unterart der Pflaume – kleiner, länglicher, mit fester haftendem Kern und intensiverem Aroma. Für diesen Kuchen eignen sich beide, klassische Pflaumen sind allerdings etwas saftiger, sodass ihr die Kochzeit der Füllung eventuell 2–3 Minuten verlängern solltet, damit sie schön musig einkocht.
Tipps für den perfekten Streuselkuchen
- Teig gut kühlen: Die volle Stunde Kühlzeit ist kein Zufall – kalter Teig lässt sich leichter zu groben Streuseln zerrupfen und läuft im Ofen nicht so schnell auseinander.
- Zwetschgen nicht zu klein schneiden: Etwas gröbere Stücke behalten mehr Biss und laufen nicht komplett zu Mus zusammen.
- Puddingpulver richtig einrühren: Immer erst mit kaltem Wasser glattrühren, bevor es in die heiße Fruchtmasse kommt – so entstehen keine Klümpchen.
- Streusel locker verteilen: Nicht andrücken! Lose aufgestreute Streusel werden im Ofen knuspriger als festgedrückte.
- Garprobe: Der Kuchen ist fertig, wenn die Streusel goldbraun sind und die Füllung an den Rändern leicht blubbert.
Varianten zum Nachbacken
- Vegan: Butter durch Margarine und das Vanillepuddingpulver-Wasser-Gemisch statt mit Milch anrühren – funktioniert genauso gut.
- Ohne Mandeln: Wer eine Nussallergie hat, ersetzt die gemahlenen Mandeln 1:1 durch Mehl und lässt die Mandelplättchen einfach weg.
- Mit Zimt-Note: Wer es herbstlicher mag, mischt einen Teelöffel Zimt direkt in den Streuselteig statt nur in die Füllung.
- Als Blechkuchen: Die Menge lässt sich problemlos verdoppeln und auf einem klassischen Backblech (ca. 30 x 40 cm) backen – Backzeit dann etwa 10 Minuten verlängern.
Aufbewahrung und Einfrieren
Der Kuchen hält sich abgedeckt im Kühlschrank 3–4 Tage frisch, da die Puddingfüllung schnell verderben kann. Zum Einfrieren eignet sich der Kuchen ohne Puderzucker-Bestäubung am besten: einzelne Stücke luftdicht verpacken und bis zu 2 Monate einfrieren. Vor dem Servieren einfach bei Zimmertemperatur auftauen lassen.
Was passt dazu?
Klassisch serviert man den Zwetschgen-Streuselkuchen mit einem Klecks Schlagsahne oder einer Kugel Vanilleeis. Wer es weniger süß mag, reicht dazu ungesüßte Schlagsahne oder einfach einen starken Kaffee – die Bitterstoffe balancieren die Süße der Streusel wunderbar aus.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich den Kuchen schon am Vortag backen? Ja, sogar mit Vorteil – die Aromen von Zwetschgen und Vanille ziehen über Nacht noch besser durch. Einfach abgedeckt bei Zimmertemperatur oder im Kühlschrank lagern.
Muss ich die Zwetschgen schälen? Nein, die Schale bleibt dran. Sie gibt dem Kuchen zusätzliche Farbe und einen leicht herben Kontrast zur Süße..
Warum wird meine Füllung nicht fest? Meist liegt es daran, dass die Puddingmasse nicht lange genug aufgekocht wurde. Sie muss nach Zugabe des angerührten Puddingpulvers noch mindestens 1 Minute unter Rühren kochen, damit die Bindung einsetzt.
Kann ich Tiefkühl-Zwetschgen verwenden? Ja, allerdings solltet ihr sie vorher auftauen und gut abtropfen lassen, da Tiefkühlfrüchte mehr Wasser ziehen. Die Kochzeit der Füllung verlängert sich dadurch leicht.
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